Es war der Wunsch von meiner Frau, dass die gesamte Familie beim Graz Marathon 2019 mitlaufen soll. Ich kann kaum sagen wie sehr mich dieser Wunsch freute, komme ich doch ursprünglich vom Laufsport. Am Samstag meine Kinder laufen bei den Kinderbewerben laufen zu sehen war wundervoll. Am Sonntag lief meine Frau dann den Viertel- und ich den Halbmarathon. Ein rundum gelungenes Laufevent für unsere Familie. Die Organisation war Top und das Wetter perfekt. Graz Marathon wir kommen wieder.

Die Kinderläufe

Die Kinderläufe fanden am Samstag den 12. Oktober vor der Oper Graz statt. Es galt für die ganz kleinen ca. 120 m zu laufen beim Bambinilauf. Mein Sohn war sehr begeistert und meisterte die Strecke, ohne Zeitnehmung mit viel Freude. Die von mir befürchteten chaotischen Zustände bei der Kinderabgabe bzw. beim Zurückholen der Kinder blieb aus, das System mit den doppelten Startnummern funktionierte gut. Man bekam das Kind zurück von dem man dieselbe Startnummer nochmal hatte, also wie beim Memory spielen, man durfte dann als Pärchen gehen.

Mein Tochter durfte dann schon als Altersklasse W7, 1. und 2. Klasse Volksschule, 1000m mit Zeitnehmung laufen. Die Strecke war ein Rundkurs von 1000m länge und eigentlich mit einem ziemlichen Höhenunterschied wie ich fand. Aber die örtlichen Gegebenheiten erlauben vermutlich keine flachere Strecke. Den Kindern war es allerdings egal, sie gaben Vollgas und liefen fabelhafte Zeiten auf 1000m, obwohl natürlich der Spaß im Vordergrund stehen soll.

Der Viertel- und Halbmarathon

Am Sonntag den 13. Oktober fand dann der Graz Marathons statt, mit Marathon, Halbmarathon, Viertelmarathon und Staffelmarathon. Wir hatten uns 8 Wochen darauf vorbereitet, was jetzt nicht wirklich viel ist und ich eigentlich nicht als Vorbereitungszeit für jemanden der bei Null startet empfehlen kann, und wollten wissen was wir drauf haben. Eine Herausforderung war das Wetter, es war deutlich wärmer als ich mir erhofft hatte, schon zur Startzeit um 10:10 für den Halbmarathon bzw. 10:30 bim Viertelmarathon. Im folgenden erzähle ich ein wenig wie es mir beim Lauf erging.

Mein Lauferlebnis

Ich startete im 2. Startblock, dem Startblock für eine Halbmarathonzeit unter 2 Stunden. Ich hatte wie immer meinen Trinkgurt mit zwei Flaschen umgeschnallt und stellte mich im ersten Drittel des Startblocks auf. 10 Minuten vor dem Start aktivierte ich meinen Garmin Forerunner 610 der mich bei jedem Lauf begleitet und mit dank GPS genau die aktuelle Pace (min/km) anzeigt. Weiters lasse ich mir immer den aktuellen Puls anzeigen. Mit diesen Werten kann ich dann sehr genau abschätzen wie es mir aktuell geht und ob ich schneller oder langsamer machen soll damit ich den Halbmarathon gut schaffe.

Punkt 10:10 kam der Startschuss und die Menge setzte sich mit einem Wahnsinnstempo in Bewegung. Ich schwamm einfach mit und bis zur Conrad-von-Hötzendorfstraße ging es rasant dahin. Dort hatte ich dann erstmals genug Platz und um zu schauen wie es mit Tempo und Puls aussieht. Da erschrak ich ein wenig, denn die Pace war für meine Geschmack deutlich zu hoch, aber der Puls war ok. Ich machte also ein wenig langsamer und ging bei Kilometer 5 mit einer Durchschnittspace von ca. 4:38 min/km durch. Aus Erfahrung im Training und weil ich ganz sicher ins Ziel kommen wollte drehte ich dann das Tempo zurück auf ca. 4:57 min/km. Der Puls war immer noch ideal. So ging es dahin und nachdem es zurück über die Mur ging kam der für mich zachste Teil.

Der Lauf Richtung Norden bis zur Wende. Dieses Teilstück knabberte an den Nerven und es war Willenskraft notwendig konstant zu laufen. Doch kaum war die Wende geschafft und es ging Richtung Stadtzentrum kam die Energie und vor allem Freude (Runnershigh?) zurück. Ich lief die letzten 5 km mit so einer Freude, konnte das Tempo halten und kam schlussendlich mit 1:43.20 ins Ziel. Auf den letzten Metern wurde ich frenetisch von meinem Kindern und meiner Frau, die schon längst im Ziel des Viertelmarathons war, angefeuert. Ich war superglücklich, erschöpft, aber nicht komplett fertig, genau so wie ich es mir vorgenommen hatte. Es war ein wundervolles Lauferlebnis.