Ich bin seit kurzem ein zufriedener Besitzer eines Fairphones. Falls du das nicht kennst, mach dir nichts daraus. Ich bemerke aktuell selber wie wenig Menschen in meiner Umgebung überhaupt wissen, dass das Smartphone existiert. Dies erstaunt mich ein wenig, habe ich doch schon seit 2014 regelmäßig dafür Werbung gesehen oder Berichte gelesen. Vor allem die modulare Aufbauart die es ermöglicht bei Schäden auch nach der Garantiezeit einfach selber das defekte Modul nachzubestellen und dann selbst nur mit einfachen Werkzeug zu tauschen hat mich damals schon fasziniert. Meine Frau besitzt seit 2,5 Jahren das Fairphone 2 und ich besitze nun eben auch so ein Smartphone und es ist echt schwer in Ordnung. Wie es so läuft, was man für sein Geld bekommt und wie zufrieden ich damit bin könnt ihr nun hier lesen.

Die Kaufentscheidung

Ich war schon seit Sommer eigentlich auf der Suche nach einem neuen Smartphone. Mein Samsung Galaxy S6 Edge hatte hin und wieder Bildfehler und die Geschwindigkeit lies dramatisch nach. Auch ein löschen alter gesicherter Cachedateien und was weiß ich noch alles, was ich probiert habe nach Empfehlungen um das Ding wieder flott zu bekommen, half nichts. Dann las ich irgendwo, dass Fairphone aktuell ein Crowdinvestment gestartet hatte und Geld gegen gute Rückzahlungszinsen in den nächsten paar Jahren benötigt. Tja, hier wurde ich hellhörig, da meine Frau seit Jahren schon ein Fairphone besitzt und damit sehr zufrieden ist. So kam das Fairphone irgendwie in meinen Kopf. Ich beschloss einen kleinen Betrag zu investieren (Achtung Crowinvestment ist ein Hochrisikogeschäft und das Geld kann weg sein! Also nicht nachmachen wenn man damit nicht leben kann!) und schon war ich irgendwie in den Newsletter und die Community gerutscht. Als dann noch als Dankeschön für die Investoren ein ermäßigtes Fairphone zu Herstellungs+Versandkosten angeboten wurde schlug ich zu und bestellte eines.

Das Smartphone

Das Smartphone selber kam quasi nackt daher, also nur mit Standard aufgesetzten Android und ein paar wenigen Apps um das Fairphone uptodate halten zu können. Alles muss dann selber aufgesetzt werden. Dann eine Googlebackup vom alten Handy und meiner superschnellen Internetanbindung war das in ein paar Stunden erledigt. Wirklich einfach und es war wirklich alles oben. Alle Apps und auch die Kontakte. Eine coole Sache.

Im Betrieb habe ich festgestellt, dass das Smartphone vollkommen ausreichend funktioniert für meine Bedürfnisse. Das sind: EMail lesen, Pdfs ansehen, Instagram, Signal, WhatsApp, Facebook, Skype und Freeletics. Mehr Apps verwende ich im Alltag kaum.

Daten:

  • Zwei SIM Karten Steckplätze
  • 12,7cm 1080p Display
  • Austauschbare Batterie
  • Android 7.1.2 Nougat
  • 32 GB interner Speicher, mit SD Karte um 64GB erweiterbar
  • 4G (Highspeed Internet, ich liebe es)

Die Kamera: Meine Frau hat im Handy noch die alte Kamera und in meinem ist die neue verbaut. Damit haben wir den direkten vergleich und dieser ist meiner Ansicht nach deutlich zu sehen. Die neue Kamera macht bei ausreichend Licht wirklich akzeptable Bilder. Sie sind allerdings nicht zu vergleichen mit den Bildern die mein Samsung Galaxy S6 Edge gemacht hat, das war eine ganz andere Klasse. Doch wer mich kennt, weiß dass ich gute Bilder sowieso mit meiner Spiegelreflexkamera mache. 🙂 Damit ist dies für mich kein Problem.

Die Module – selber austauschbar

Was ich beim Fairphone super finde ist das man die Module einfach selber tauschen kann. Ja, das habe ich auch schon ausprobiert. Das Telefon lässt sich nach Anleitung sehr einfach auseinanderbauen. So kann man zum Beispiel das Kameramodul einfach austauschen und vom alten auf das neue Modul wechseln für einen guten Preis, ohne das man ein neues Telefon kaufen muss.  Das gilt auch für defekte Module, wenn die Garantie schon abgelaufen ist. man kann einfach das Modul nachbestellen und es selber austauschen. Solange der Prozessor bzw. die Hauptplatine nicht defekt ist funktioniert das. Auch das Display kann man einfach tauschen. Das ist schon toll.

Die Nachhaltigkeit

Das Ziel von Fairphone war und ist es:

  1. Robustes Design
  2. Fair gehandelte Materialien
  3. Gute Arbeitsbedingungen
  4. Wiederverwertbarkeit und Recycling

Ich habe dir darüber die Geschichte dazu direkt auf der Fairphone Seite verlinkt. Das Aufmerksam machen das nicht alle Materialien fair zu beschaffen sind, dass Ausbeutung der Arbeiter in China in der Fertigung stattfindet und sogar Kinderarbeit in Minen zur Materialbeschaffung an den Smartphones klebt ist der Beitrag durch Fairphone schon eine megatolle Sache um dies zu verbessern und die Welt zu einem lebenswerteren Platz für alle Menschen zu machen.

Die Kosten

Es versteht sich denke ich von selber, dass das faire Bezahlen der Arbeiter, die ehrliche Entlohnung der Materialbeschaffung und Klimafaire Produktion dazu führt dass das Smartphone deutlich mehr kostet als ein gleichwertiges Produkt der Mitbewerber die dies nicht einhalten. Das Fairphone gibt es aktuell um ca. 400€ zu kaufen, Standardpreis ist ca. 520€.

Mein Fazit

Für mich reicht das Fairphone 2 mit seiner aktuellen Ausstattung, Qualität und vor allem dem mittlerweile guten Support vollkommen aus um im Alltag so mit dem Smartphone aktiv zu sein wie ich möchte ohne mich einschränken zu müssen. Also WhatsApp, Youtube, Instagram, läuft alles tippi toppi mit 4G. Der Akku hält locker einen Tag bei mir. Was ebenfalls eine Rolle spielt ist das Gefühl damit etwas gutes zu tun, das gibt ein befreiendes gutes Gefühl, für das ich auch bereit bin ein wenig mehr zu zahlen. Genauso wie wenn ich mir einen Wohlfühlurlaub gönne, da geht es mir auch nicht um den preis sondern darum dass ich mich wohl fühle und super entspannen kann. Ich tu mir damit etwas Gutes. YEAH!